Kartenlegung September 2026

 
Die Kartenlegung für den September aus meinen Kartendecks
„Die Archetypen“, „Magisches geschehen lassen“ und „Meine wilden Pflanzenwesen“

„Die Schöpferin“ aus dem Kartendeck „die „Archetypen“

Aus welchem inneren Ort erschaffst du dein Leben?

Der September steht auf einer Schwelle. Noch tragen wir die Wärme und die Fülle des Sommers in uns und gleichzeitig spüren wir schon, wie sich das Leben langsam wieder nach innen bewegt. 
Wenn wir uns wieder als Teil dieser großen, spiralförmigen Bewegung des Lebens begreifen, erkennen wir auch unsere eigene Beteiligung an der Schöpfung.
Doch vielleicht ist selbst dieser Satz noch nicht ganz vollständig. Denn wir stehen dem Leben nicht als getrennte Wesen gegenüber, die von außen auf die Welt einwirken. Wir sind selbst Teil dieses lebendigen Geschehens. 

Schöpfung geschieht durch uns, mit uns und zugleich um uns herum. Pflanzen, Tiere, Bäume, Menschen, Landschaften, Sterne und Galaxien sind auf ihre Weise an diesem fortwährenden Werden beteiligt. Alles wirkt. Alles bewegt. Alles verändert.
Alles ist Teil dieses einen Geschehens.

Wir erleben uns oft als Menschen mit unserer ganz eigenen Geschichte.
Wir werden in eine Familie, eine Gesellschaft, eine Zeit und eine Kultur hineingeboren. Vieles ist bereits da, wenn wir hier ankommen. Unsere Herkunft, unsere Erfahrungen, gesellschaftliche Vorstellungen, Gewohnheiten und Konditionierungen. Viele elementare Dinge unseres Lebens haben wir nicht selbst gewählt.
Und trotzdem bleibt diese einzigartige Weise, wie sich Leben durch uns ausdrückt.

Vielleicht ist das Leben ein wenig wie eine große Flickendecke. Mir gefällt diese Metapher. 
Wir bekommen unterschiedlichste Stoffstücke in die Hände. Manche hätten wir uns ausgesucht. Andere vielleicht niemals.
Wir können nicht bestimmen, welches Stück uns als Nächstes begegnet. Aber wir können wahrnehmen, welches Stück jetzt vor uns liegt.
Wir können es anschauen. Berühren. Wenden. Vielleicht neu zusammensetzen. Und daraus entsteht etwas.
Nicht ausschließlich durch unseren Willen. Und auch nicht vollkommen unabhängig von uns.
Vielleicht liegt genau darin das geheimnisvolle Gleichgewicht zwischen erschaffen und erschaffen werden.

Wir können das Leben nicht vorausdenken. Gerade an diesem Punkt; dort berührt der September ein besonders tiefes menschliches Bedürfnis:
den Wunsch zu wissen, was als Nächstes geschieht. Wir möchten wissen, wie eine Entscheidung ausgeht. Wie ein anderer reagieren wird. Ob etwas gelingt.
Ob wir auf dem richtigen Weg sind. Ob wir sicher sein werden. Vielleicht haben wir irgendwann gelernt, sehr genau vorauszuschauen. Stimmungen wahrzunehmen. Reaktionen einzuschätzen. Gespräche gedanklich vorwegzunehmen. Situationen im Kopf schon mal durchzuspielen.
Daraus können Glaubenssätze entstanden sein: Ich muss wissen, was als Nächstes passiert. Ich muss vorbereitet sein. Ich muss die Reaktion des anderen vorhersehen. Ich darf keine falsche Entscheidung treffen. Wenn ich alles richtig mache, bin ich sicher.
Wenn ich weiß, wohin es geht, kann ich losgehen.
Doch genau das ist eine grundlegende Verwechslung. Leben lässt sich nicht vollständig vorausdenken. Leben ist lebendig.

Der denkende Verstand versucht aus dem Vergangenen eine Zukunft zu entwerfen. Er nimmt Erfahrungen, Erinnerungen und bekannte Muster und sagt: So war es bisher. Also wird es wahrscheinlich wieder so sein.
Aber der gegenwärtige Augenblick ist noch nicht erlebt worden. Da ist Offenheit. 

Du stehst dem Leben nicht gegenüber.
Vielleicht gibt es gar nicht auf der einen Seite „mich“ und auf der anderen Seite „das Leben“, dem ich mich stellen muss.
Ich bin selbst dieses Leben. Mein Körper gehört dazu. Meine Wahrnehmung. Meine Gedanken. Die Menschen, denen ich begegne. Die Bäume vor meinem Fenster. Der Wind. Die Erde. Das Gespräch, das gerade entsteht. Alles erscheint innerhalb desselben lebendigen Geschehens.

Dadurch bekommt auch Schöpferkraft eine andere Bedeutung.
Sie bedeutet nicht: Ich muss mein Leben kontrollieren und die richtige Zukunft erschaffen. Sondern: Ich nehme wahr, wie Leben sich jetzt durch mich ausdrücken möchte. Vielleicht ist die Schöpferin deshalb weniger eine Macherin als eine Empfangende. Sie lauscht. Sie nimmt wahr. Sie tritt in Beziehung. Und daraus entsteht der nächste Schritt. Nicht: Was muss ich tun, damit morgen alles richtig wird? Sondern: Was ist jetzt da? Und was ist jetzt wahr? Was möchte sich jetzt ausdrücken?

Und genau hier begegnen wir unserer Intuition. Nicht unbedingt als Stimme, die uns die Zukunft verrät.
Vielmehr als die Fähigkeit, unmittelbar auf das zu antworten, was gerade wirklich da ist.
Intuition braucht keine fertiggeschriebene Zukunft. Sie ist Offenheit. Wahrnehmung. Gegenwärtigkeit. Klarheit.
Ein Spielfeld. 
Aber Intuition kämpft nicht. Wogegen sollte sie kämpfen wenn sie im Moment ist? 

In jedem Menschen lebt ein Künstler. Ein Anteil, der etwas unterhalb seiner Oberfläche wahrnimmt und sichtbar werden lassen möchte. Etwas Eigenes.
Etwas Wahres. Kreativität bedeutet dabei sehr viel mehr als Malen, Schreiben oder Gestalten. Für unsere Seele ist alles kreativ, wenn es authentisch ist.
Vielleicht arbeitest du in deinem Garten. Vielleicht kochst du. Vielleicht veränderst du einen Raum. Vielleicht folgst du einem Traum. 
Vielleicht führst du ein Gespräch, das längst geführt werden wollte. Vielleicht sagst du Nein. Oder Ja. Vielleicht gehst du. Vielleicht bleibst du. Vielleicht weißt du gerade noch gar nichts. Auch das kann Teil des schöpferischen Geschehens sein.

Schöpferkraft hat nichts mit Selbstoptimierung zu tun. Gar nichts.
Sie beginnt dort, wo wir aufhören, einem Maßstab entsprechen zu wollen, und beginnen, unserer unmittelbaren Wahrnehmung zuzuhören.
In uns ist etwas verborgen, ähnlich einer Information, die tief in unserem Wesen verschlüsselt ist. Etwas, das gelebt werden möchte. Vielleicht nennen wir es Berufung. Vielleicht ist es ein Beitrag für andere. Vielleicht ist es etwas, für das wir überhaupt keinen Namen brauchen. Eher Entwicklung und Entfaltung.

Und vielleicht beginnt die erste kreative Befreiung damit, dieses Potenzial in uns selbst und auch in anderen überhaupt wieder zu sehen. Anzuerkennen.

Der Schöpfergeist führt uns dabei immer wieder aus Rollen heraus, die wir irgendwann mit unserem wahren Wesen verwechselt haben. Und dann kann eine wesentliche Frage auftauchen: Wer bin ich, wenn ich diese Rolle nicht mehr spielen muss? Wenn ich nicht mehr diejenige sein muss, die alles richtig macht?
Die alles trägt? Die alles weiß? Die niemanden enttäuschen darf?
Vielleicht erkennen wir dabei, wie tief Gewohnheiten, gesellschaftliche Konditionierungen und alte Erfahrungen in uns verwurzelt sind. Und gleichzeitig kann dann etwas Neues sichtbar werden: Ich bin mehr als die Geschichte, die ich über mich gelernt habe. Ich handle anders. 

Das „Magische Geschehenlassen“ im September

Auf der Ebene geht es um unser Bewusstsein und darum, wahrzunehmen, wie unser denkender Verstand unser Erleben formt.
Im Mittelpunkt sitzt das Rotkehlchen, der Bote des Herzens.

Was hast du gerade auf dem Herzen? Worum geht es dir wirklich? Fehlt dir vielleicht eine neue Sehnsucht?

Ist etwas in deinem Leben verloren gegangen? Oder gibt es etwas, das schon lange darauf wartet, durch dich ausgedrückt zu werden?
Vielleicht hast du irgendwann auch etwas von deiner ursprünglichen Liebe zum Leben verloren. Durch Verletzungen. Durch Enttäuschungen. Durch Erfahrungen, die dich vorsichtiger gemacht haben. Der September berührt empfindliche Stellen. Das Gefühl, nicht gesehen worden zu sein. Nicht genug bekommen zu haben. Enttäuscht worden zu sein. Mit einer Sehnsucht allein geblieben zu sein. Vielleicht bemerkst du dabei einen alten Schutzmechanismus: Wenn ich mein Herz öffne, werde ich wieder verletzt. Wir verschließen unser Herz, um nicht noch einmal verletzt zu werden, und bemerken dabei gar nicht, dass wir damit auch etwas von unserer Lebendigkeit zurückhalten.
Der Bote des Herzens fordert uns nicht auf, unseren Schutz einfach abzulegen. Er fragt zunächst: Was liegt darunter noch immer lebendig in dir? Was liebst du?Wonach sehnst du dich? Was berührt dich? Was möchte wieder leben?
Der September möchte in die Bewegung und in die wahre Begegnung. 

Wenn sich etwas „ausgewiederholt“ hat. 

Wir beziehen uns häufig auf unsere Ahnen, auf unerlöste Schmerzen und auf Erfahrungen, die über Generationen hinweg weiterwirken können. Doch unsere Ahnen sind nicht nur Schmerz. Sie sind auch diejenigen, die vor uns gelebt, geliebt, überlebt, gehofft und Wege gefunden haben. Vielleicht dürfen wir deshalb unsere Geschichte einmal anders betrachten. Nicht wieder und wieder in dieselbe alte Geschichte eintauchen. Nicht immer wieder dasselbe Erleben bestätigen. Denn auch hier können Glaubensmuster sichtbar werden: So bin ich eben. Das war in unserer Familie schon immer so. Ich muss das tragen. Ich bin dafür verantwortlich, dass es den anderen gut geht. Meine Vergangenheit bestimmt, wer ich heute bin.

Vielleicht hat sich etwas inzwischen einfach ausgewiederholt. Nicht weil die Vergangenheit bedeutungslos wäre. Nicht weil wir sie verdrängen sollen. Sondern weil sie nicht in jedem neuen Augenblick erneut bestätigt werden muss. Vielleicht wird das besonders dort sichtbar, wo wir uns sehr nahe sind. In der Familie. In der Partnerschaft. In vertrauten Beziehungen. Denn dort kennen wir die Rollen. Die Tonfälle. Die Blicke. Die alten Geschichten. Manchmal genügt ein einziger Satz und etwas in uns glaubt bereits zu wissen: Jetzt passiert wieder das Gleiche.

Der Verstand greift auf die Vergangenheit zurück und schreibt den gegenwärtigen Augenblick weiter, bevor wir ihn überhaupt erlebt haben. Doch genau hier kann etwas Neues geschehen. Vielleicht reagiert der andere tatsächlich auf vertraute Weise. Aber dieser Augenblick ist neu. Ich muss nicht mehr automatisch aus der Vergangenheit antworten. Zwischen dem, was geschieht, und meiner Reaktion kann etwas entstehen: Wahrnehmung. Raum. Gegenwärtigkeit.

Dort genau ist der Schöpferraum.

Nicht der Raum, in dem ich bestimme, wie der andere sein soll. Sondern der Raum, in dem ich wahrnehmen kann: Was geschieht gerade wirklich? Was spüre ich?Was brauche ich? Was ist Tatsache und was ist meine Erinnerung? Was erzählt mir mein Kopf bereits über das, was gleich passieren wird? Und was ist jetzt meine stimmige Antwort? Vielleicht entsteht gerade in solchen vertrauten Beziehungen eine neue Erfahrung.

Stell dir für einen Moment deine Ahnenlinie hinter dir vor. Vielleicht gibst du zurück, was du für andere getragen hast. Nicht aus Ablehnung. Sondern weil du weißt:  Ich ehre, was war. Aber ich muss es nicht wiederholen. Auch hier begegnet uns die Schöpferin. Der gegenwärtige Augenblick muss nicht vollständig aus dieser Geschichte entstehen. Denn die volle Fülle ist bereits da. Nicht irgendwann. Nicht erst dann, wenn alles geheilt, gelöst, verstanden und vollkommen geworden ist.
Jetzt. Vielleicht berührt gerade diese Karte einen unserer tiefsten Glaubenssätze: Mir fehlt etwas. Anerkennung. Sicherheit. Liebe. Geld. Erfolg. Klarheit. Die richtige Beziehung. Der richtige Ort. Oder die Gewissheit, endlich angekommen zu sein.

Doch volle Fülle bedeutet nicht: Ich darf nichts vermissen. Ich darf keine Bedürfnisse haben. Ich muss mit allem zufrieden sein.
Und sie bedeutet auch nicht, Schwierigkeiten oder Verluste schönzureden. Vielleicht ist Fülle etwas viel Unmittelbareres. Ich kann etwas vermissen und gleichzeitig wahrnehmen, was da ist. Ich kann mir etwas wünschen und trotzdem hier sein. Ich kann unvollkommen sein und ganz sein. Das Unvollkommene steht der Fülle nicht entgegen. Es gehört zu ihr.
Eine unserer größten Täuschungen liegt darin, ständig zu glauben, dass wir erst noch etwas werden müssen. Noch etwas erreichen. Noch etwas verstehen.
Noch etwas heilen. Noch etwas optimieren. Und während wir nach diesem zukünftigen Zustand suchen, übersehen wir manchmal das Leben, das gerade stattfindet.Nicht, dass wir alles besitzen. Sondern dass dieser Augenblick nichts außerhalb seiner selbst braucht, um dieser Augenblick zu sein.
Das Geräusch vor dem Fenster. Der Atem. Der Körper. Der Gedanke. Eine Sehnsucht. Vielleicht sogar die Traurigkeit. Alles erscheint bereits innerhalb dieses Lebens. Diese Fülle braucht und hat keine starre Form und keine Religion. Vielleicht ist sie einfach die unmittelbare Erfahrung: Leben ist bereits hier.

„Meine wilden Pflanzenwesen“ Was geschieht auf der sinnlichen Wahrnehmungsebene im Hier und Jetzt?
Was erzählen uns  „die Hagebutten“, das Mädesüß und das Wesen Perlhyazinthe?  

Auf der Pflanzenebene sind wir im Hier und Jetzt. Bei unseren Sinnen. Sind Körper. Sind Erde. Wir nehmen unmittelbar wahr.
Nach all den Gedanken führen uns die Pflanzen an einen viel einfacheren und sicheren Ort: Hierher.
Eine Pflanze denkt nicht darüber nach, ob sie morgen noch dieselbe sein wird. Sie antwortet auf Licht. Auf Wasser. Auf Wärme. Auf Jahreszeiten.
Auf das, was da ist.  Pflanzen erinnern uns gerade deshalb an diese unmittelbare Intelligenz des Lebens.

Drei Pflanzenwesen begleiten uns über die Schwelle vom Sommer in den Herbst.

Hagebutte – Die wilde Herzfeuerhüterin

Die Hagebutte sagt: Ich bewahre dein inneres Licht.
Ich bin das Rot deiner Lebenskraft,
das Gold deines Sommers, der Mut deines Herzens.
Ich helfe dir, dich zu erinnern: Du bist Liebe, auch nach dem Schmerz.

Sie steht zwischen Verletzlichkeit und Widerstandskraft.
Sie stellt uns erneut die Frage, so wie das Rotkehlchen: Lebt in dir noch eine unerfüllte Sehnsucht?

Die wilde Rose hütet das Herzfeuer und gleichzeitig das Wilde in uns. Ihre Früchte tragen die Fülle des Sommers bereits in die dunklere Jahreszeit hinein.
Das ist ihre Septembermedizin – nicht nie wieder verletzt zu werden. Sondern zu entdecken, dass unser Herz trotz allem noch lieben kann.
Dass unsere Lebenskraft nicht verschwunden ist, nur weil wir verletzt wurden. Nicht alles muss zurückgelassen werden, wenn der Sommer geht. Wir dürfen etwas mitnehmen. Die Wärme. Das Licht. Die Lebenskraft. Die Erinnerung an unser eigenes inneres Feuer. Denn während die Tage langsam kürzer werden, trägt die Hagebutte längst ihre rote Lebensflamme in sich.

Mädesüß – Etwas kommt wieder in den Fluss

Das Mädesüß wächst gern am Wasser. Schon darin liegt ihre Botschaft. Sie begleitet Übergänge. Früher wurde es unter anderem mit dem Übergang vom Mädchen zur Frau verbunden. Doch vielleicht können wir ihre Qualität viel weiter verstehen. Denn auch der September ist ein Übergangsraum. Sommer und Herbst begegnen sich. Sie tanzen noch ein letztes Mal miteinander.  Das Mädesüß bringt dabei etwas Leichtes und Beschwingtes mit. Ihren süßen Duft nach Mandel und Marzipan. Bewegung. Auf meiner Karte tanzen die Wesen miteinander am Wasser des Lebens. Es erinnert uns daran,  wir sind nicht allein unterwegs.

Veränderung muss anstrengend sein. Muss sie das wirklich? Wasser verändert seine Form beständig. Es denkt nicht darüber nach.
Es antwortet auf das Gelände, auf Steine, auf Gefälle, auf Wind. Es spielt. Entwicklung kann auch fließend sein.  Nicht durch ständiges Eingreifen. Sondern durch Beziehung zu dem, was da ist. Das Mädesüß bringt etwas wieder in den Fluss und verwandelt nicht durch Druck, sondern durch Sanftheit. Es trägt noch einmal einen Sommerhauch zu uns. Etwas Warmes. Etwas Nährendes. Etwas, das wir mitnehmen dürfen.

Perlhyazinthe – Die leise Heimkehr

Und dann begegnet uns die Perlhyazinthe. Ein feines, zartes Wesen. Ihre kleinen Glöckchen erinnern an jene Welten, die zwischen den sichtbaren Dingen liegen.
An die Feenwelt. An das Spielerische. An kindliche Freude. An eine Wahrnehmung, die nichts erklären muss. „Komm nach Hause.

Heimkehr bedeutet ganz hier zu sein. In diesem Körper. Mit deinen Sinnen. In diesen Augenblick. 

Das Wesen fragt dich: Spielst du mit dem Leben?
Oder ist das Spielerische nicht wichtig? Erst die Arbeit, dann die Freude. Ich darf mich erst entspannen, wenn alles erledigt ist. Leichtigkeit bringt mich nicht weiter. Doch was, wenn Freude keine Belohnung für ein richtig gelebtes Leben ist? Was, wenn sie eine unmittelbare Form von Lebendigkeit ist? Genau daran erinnert uns die Perlhayzinthe, offen zu bleiben für das Kleine, Zarte und kaum Sichtbare. Für unsere kindliche Neugier. Für einen Duft. Eine Berührung. Einen Sonnenstrahl. Einen Klang. Für das, was wir nur wahrnehmen können, wenn wir nicht ständig schon beim nächsten Augenblick sind. Denn auch das ist Schöpferkraft.

Schöpfung neu verstehen

Nicht als den Versuch, unser Leben vorauszuplanen, zu kontrollieren oder nach unseren Vorstellungen formen zu müssen.
Sondern als die Fähigkeit, gegenwärtig zu sein und dem Leben aus diesem Augenblick heraus zu antworten.

Vieles, was wir für Intuition halten, ist noch geprägt von alten Erfahrungen, Verletzungen und Erwartungen.
Wir schauen auf das Neue und sehen darin bereits das Gestern. Doch dieser Augenblick war noch nie da.
Vielleicht liegt genau darin die Freiheit dieses Monats: Wir müssen unsere Vergangenheit nicht weiter in die Zukunft verlängern.
Wir dürfen wahrnehmen, was jetzt wirklich da ist. Der September führt uns damit von der Kontrolle ins Vertrauen, vom Vorausdenken ins Wahrnehmen, vom Mangel in die Fülle.

Ich muss nicht wissen, was als Nächstes kommt.
Ich darf hier sein, lauschen und aus dem Moment gestalten.

Das Leben geschieht nicht vor mir und nicht irgendwann später. Ich bin bereits mittendrin. Und aus diesem Jetzt entsteht das Neue.

Dir einen magischen September, 
Deine Shinaja

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Die zauberhaften Kartendecks für die Legung findest du hier:
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